Bakteriostatisches Wasser (BAC Wasser)

Bakteriostatisches Wasser, auch BAC Wasser oder Bacteriostatic Water genannt, ist steriles Wasser mit einem Konservierungsmittel. Die Seite erklärt, woraus es besteht, wie es sich von sterilem Wasser unterscheidet und was bei Rekonstitution und Lagerung von Lyophilisaten im Labor zu beachten ist, mit geprüften Quellen.

Stand: 18.10.20264 Quellen

Nur für Forschungs-, Analyse- und Laborzwecke. Nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier bestimmt.

Steckbrief

Andere NamenBAC Wasser, BAC Water, Bacteriostatic Water
Zusammensetzungsteriles Wasser mit Konservierungsmittel, in der zitierten Literatur Benzylalkohol
Konzentration in der Literatur0,9 % (w/v) Benzylalkohol
ZweckLösungsmittel zur Rekonstitution von Lyophilisaten im Labor
Größen bei AUREON3 ml und 10 ml

Was ist bakteriostatisches Wasser?

Bakteriostatisches Wasser (englisch Bacteriostatic Water, kurz BAC Wasser oder BAC Water) ist steriles Wasser, dem ein Konservierungsmittel zugesetzt ist; in der hier zitierten Literatur ist das Benzylalkohol1,2. In einer Studie zur Rekonstitution von Lyophilisaten wurde eine bakteriostatische Konzentration von 0,9 % (w/v) Benzylalkohol in Wasser verwendet1.

Der Name beschreibt die Wirkweise des Zusatzes. Nach einer Übersicht zu Konservierungsmitteln hemmen mikrobiostatische Stoffe das Wachstum von Mikroorganismen, während mikrobizide Stoffe sie irreversibel abtöten2. Bakteriostatisches Wasser hält also Keime im Wachstum zurück; es ist nach Einordnung dieser Seite kein Desinfektionsmittel.

Unterschied zu sterilem Wasser

Steriles Wasser ist keimfrei, enthält aber kein Konservierungsmittel. Konservierungsmittel sollen mikrobielles Wachstum in Behältnissen verhindern, aus denen mehrfach entnommen wird2. Daraus ergibt sich als Einordnung dieser Seite die übliche Abgrenzung:

  • Steriles Wasser: für die einmalige Entnahme, weil nach dem Öffnen kein Zusatz Keimwachstum hemmt.
  • Bakteriostatisches Wasser: für Behältnisse, aus denen über mehrere Versuche hinweg entnommen wird, etwa bei Stammlösungen im Labor2.
  • Verträglichkeit: Ein Konservierungsmittel ist nicht mit jedem Peptid oder Protein verträglich; bei bestimmten Konservierungsmitteln ist eine verstärkte Partikelbildung beschrieben2. Welches Lösungsmittel passt, ist deshalb im Einzelfall zu prüfen.

Rekonstitution von Lyophilisaten

Rekonstitution bezeichnet das Auflösen eines Lyophilisats in einem Lösungsmittel für die weitere Laborarbeit. Welches Lösungsmittel geeignet ist, hängt vom Peptid ab. Eine Übersicht zu wässrigen Peptidlösungen nennt die Wahl des pH-Werts und eines geeigneten Puffers als die praktikabelsten Ansätze, um den Abbau zu verlangsamen3. Benzylalkohol wirkt nach einer Übersicht am besten unterhalb von pH 5 und kaum noch oberhalb von pH 82.

Ob Peptide aggregieren, hängt unter anderem von Konzentration, pH-Wert, Nettoladung und dem Kontakt mit Oberflächen und Grenzflächen ab; auch mechanische Belastung durch Rühren oder Schütteln ist als Einflussfaktor beschrieben4. Als Einordnung dieser Seite folgt daraus, das Lösungsmittel langsam zuzugeben und das Lyophilisat behutsam zu lösen, statt kräftig zu schütteln.

Bei einem gefriergetrockneten Protein, dem rekombinanten Interleukin-1-Rezeptorantagonisten, führte das Lösen mit Benzylalkohol-Lösung zu stärkerer Aggregation als das Lösen mit Wasser; das Ausmaß hing davon ab, wie gut die Proteinstruktur bei der Gefriertrocknung erhalten geblieben war1. Ob sich ein solcher Befund an einem Protein auf ein bestimmtes Peptid übertragen lässt, ist im Einzelfall zu prüfen.

Die Konzentration einer Lösung ergibt sich aus der gelösten Menge geteilt durch das Volumen. Bei gleicher Menge führt ein größeres Volumen zu einer niedrigeren, ein kleineres Volumen zu einer höheren Konzentration.

Handhabung und Lagerung

Lösungsmittel und Gefäße sollten steril sein, und es sollte aseptisch gearbeitet werden. Die Übersicht zu Konservierungsmitteln betont, dass ein Konservierungsmittel aseptisches Arbeiten nicht ersetzt2.

Gelöste Peptide sind in wässriger Lösung häufig instabil3. In der Studie zum Interleukin-1-Rezeptorantagonisten beschleunigte Benzylalkohol die Aggregation während der Lagerung der gelösten Proben bei Raumtemperatur nicht; die Autoren halten es für möglich, das Risiko einer durch das Konservierungsmittel ausgelösten Aggregation durch eine Lagerung bei reduzierter Temperatur zu verringern1. Für Peptide ist das nicht untersucht.

  • Verschlossen lagern: Das Behältnis nach jeder Entnahme wieder verschließen.
  • Kennzeichnen: Datum des ersten Anbruchs auf dem Behältnis notieren.
  • Sichtprüfung: Trübe Lösungen oder sichtbare Partikel nicht weiterverwenden.

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Quellen

  1. Roy S, Jung R, Kerwin BA et al. (2005). Effects of benzyl alcohol on aggregation of recombinant human interleukin-1-receptor antagonist in reconstituted lyophilized formulations. J Pharm Sci. PubMedDOI
  2. Stroppel L, Schultz-Fademrecht T, Cebulla M et al. (2023). Antimicrobial Preservatives for Protein and Peptide Formulations: An Overview. Pharmaceutics. PubMedDOI
  3. Nugrahadi PP, Hinrichs WLJ, Frijlink HW et al. (2023). Designing Formulation Strategies for Enhanced Stability of Therapeutic Peptides in Aqueous Solutions: A Review. Pharmaceutics. PubMedDOI
  4. Zapadka KL, Becher FJ, Gomes Dos Santos AL, Jackson SE (2017). Factors affecting the physical stability (aggregation) of peptide therapeutics. Interface Focus. PubMedDOI